Warum Zeitungen?

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Spielen diese überhaupt noch eine Rolle?

Auch wenn überall das Zeitungssterben beklagt wird, sind die meisten rechten Zeitungen davon nicht betroffen. Im Gegenteil. Durch den Rechtsruck der letzten Jahre, angefeuert von PEGIDA, AfD und Co., konnten diese Hetzblätter ihre Auflage sogar steigern.
So bringt die Junge Freiheit heute ein Drittel mehr Zeitungen in Umlauf als noch im Jahr 2013, dem Gründungsjahr der AfD. So fungieren diese Zeitungen nicht nur zur Identitätsstiftung der Anhänger und Sympathisanten der extremen Rechten, sondern erreicht mit ihrer ekelhaften Hetze gegen Andersdenkende tatsächlich neue Lesergruppen. Eine Tendenz, die sich sicher fortsetzt, wenn wir nicht anfangen, dagegen zu arbeiten.

Natürlich hat die extrem Rechte auch noch andere Vertriebskanäle für ihre rassistische und faschistische Hetze. Im Internet können wir keinen Kommentarbereich öffnen, ohne dass uns rechter Müll entgegenschwappt. Zusätzlich haben alle von uns anvisierten Zeitungen zum Teil sehr umfassend ausgebaute Online-Präsenzen. Nur lässt sich gegen die dort verbreiteten Inhalte nicht ernsthaft was machen. Wir können alles Relevante melden oder zur Anzeige bringen, was allerdings meistens im Sande verläuft. In Kommentarspalten liefern wir uns in Diskussionen einen Don Quichotte mäßigen Kampf gegen Windmühlen, was wir inzwischen ermüdend und auch nicht wirklich zufriedenstellend finden.

Zeitungen sind dagegen im wahrsten Sinne des Wortes sehr viel „(an)greifbarer“. Obwohl ZEIKA nur bei einzelnen lokalen Vertriebsstellen ansetzt, kann die direkte Überzeugungsarbeit vor Ort dank der Vertriebswege dieser Zeitungen sehr weitreichende Erfolge haben. Die Verkaufsstellen beziehen ihr Sortiment von verschiedenen Grossisten. Dieses Sortiment wird anhand der Verkaufszahlen in bestimmten Regionen zusammengeschnürt. Sind diese Verkaufszahlen ausreichend niedrig, werden die entsprechenden Zeitungen aus dem Sortiment des Grossisten gestrichen und sind so auch an anderen Orten, die wir nie aufgesucht haben, nicht mehr erhältlich.

Was uns zum nächsten Punkt bringt: Wir wollen den Verlagen der rechten Zeitungen auch finanziell wehtun. Obwohl sie ihre Hetze in steigender Stückzahl verbreiten, können wir feststellen, dass die Verlage dadurch trotzdem nicht in Geld schwimmen. Das NPD Parteiblatt, die Deutsche Stimme, steht immer wieder vor finanziellen Schwierigkeiten. Das Compact Magazin ist kaum kreditwürdig und war im Jahr 2013 auf ein privates Darlehen von über 100.000€ angewiesen. Also, wirklich stabil sind diese Zeitungen nicht aufgestellt und wir setzen darauf, dass sich auch geringe Einbußen bemerkbar machen.

Rechter Propaganda auch am Kiosk ums Eck keinen Raum geben!

Dem Zeitungssterben im rechten Spektrum auf die Sprünge helfen! Den Verkauf rechter Zeitungen stoppen!