DMZ – Deutsche Militärzeitschrift

dmz
  • Herausgeber: Lesen & Schenken Verlagsauslieferung und Versandgesellschaft GmbH
  • Verlag: Verlag Deutsche Militärzeitschrift (VDMZ)
  • Geschäftsführer/Chefredakteur: Dietmar Munier
  • Auflage: Unbekannt
  • zweimonatlich

Die Deutsche Militärzeitschrift (DMZ) berichtet sowohl über aktuelle internationale Militär-Themen, wie auch über deutsche Militärgeschichte. Sie thematisiert den Zweiten Weltkrieg mit stark geschichts-revisionistischer Tendenz. Offen bemüht sie sich, die Verbrechen der Wehrmacht und Waffen-SS im Dritten Reich zu rechtfertigen. Dabei redet sie vom „Friedenswillen“ des nationalsozialistischem Regimes und vertritt die These des deutschen „Präventivkrieges“.

Dabei glorifiziert die DMZ einzelne Nazi-Generäle und –Soldaten in ihrer Kolumne „Landser erzählen“, sowie insbesondere in dem seit 2012 zweimonatlich unter dem Titel DMZ Zeitgeschichte erscheinendem Magazin. Dort werden die Lebensläufe von Nazi-Generälen und –Soldaten der Waffen-SS abgedruckt, inklusive Farbfotos und Nazi-Insignien.

In der DMZ Zeitgeschichte ging die Zeitschrift „Der Freiwillige“ auf, die seit 1956 als Verbandszeitschrift der HIAG, einer faschistischen Organisation ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS, erschien. Sie druckte hauptsächlich verherrlichende Berichte über Kriegshandlungen und Fronterlebnisse, ohne auch nur im Ansatz Distanz gegenüber den für den Krieg politisch Verantwortlichen erkennen zu lassen.

Auf mehrere parlamentarische Anfragen der Linkspartei hin, teilte die Bundesregierung 2008 mit, dass sie die DMZ im „rechtsextremen Spektrum“ verorte und sie angeordnet habe, den Bezug der DMZ für alle Bibliotheken und Fachinformationsstellen der Bundeswehr einzustellen.

Entscheidend für den Erfolg der DMZ ist, dass sie in jeder Ausgabe neben den Verleugnungen und Verherrlichungen der Verbrechen des Nationalsozialismus Berichte und Reportagen über aktuelle Militär-Themen bringt, wie z.B. neue Waffentechnik, Militärtreffen oder die Entwicklung der Bundeswehr. Diese sind weitgehendst frei von rassistischen oder antisemitischen Äußerungen, um den Anschein zu wecken, das Magazin würde sich sachlich und unpolitisch mit Militär-Themen beschäftigen.

Ziel der DMZ ist es, gegenwärtige rechte Parteien (NPD, AfD, Republikaner) von den belastenden Erinnerungen an die Verbrechen des Nationalsozialismus zu befreien. Darum verdreht sie die Vergangenheit und versucht so, das Dritte Reich in einem günstigeren Licht erscheinen zu lassen. Indem sie die Verbrechen der NS Zeit relativiert und rechtfertigt und gleichzeitig die deutsche Bevölkerung als bloße Opfer von Luftangriffen, Vertreibung oder Misshandlungen in Kriegsgefangenenlagern beschreibt, versucht die DMZ das nationalsozialistische Deutschland als Opfer feindlicher Mächte darzustellen.

Die DMZ ist stark mit dem extrem rechten Arndt-Verlag vernetzt, so veröffentlicht die DMZ z.T. ganzseitige Werbeanzeigen für Neuerscheinungen des Arndt-Verlages und teilt sich mit ihm die Postanschrift. Der Leiter des Arndt-Verlags, Dietmar Munier, ist gleichzeitig Geschäftsführer des Verlags Deutsche Militärzeitschrift.
Weitere extrem rechte Verlage, die in der DMZ annoncieren, sind der Deutsche Stimme Verlag der NPD sowie die revanchistische Wochenzeitung Der Schlesier.

http://www.dmz-netz.de/uber-uns/
http://antifa.vvn-bda.de/2015/01/07/deutsche-militaerzeitschriften/
https://www.taz.de/!373751/
http://www.taz.de/!5090617/

Fabian Virchow, Gegen Den Zivilismus: Internationale Beziehungen und Militär in Den Politischen Konzeptionen Der Extremen Rechten, Springer-Verlag 2006.

Elmar Vieregge: Deutsche Militärzeitschrift (DMZ). Eine Analyse zur Rolle eines militärorientierten Magazins in der rechtsextremistischen Publizistik. In: Armin Pfahl-Traughber (Hrsg.): Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung 2009. Brühl/Rheinland 2010

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Christian Schmidt vom 12.06.2008. In: Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 5. Februar 2007 eingegangenen Antworten der Bundesregierung. Bundesdrucksache 16/9550. PDF abgerufen am 20.11.2016.